Die Genetik des Bösen Teil 2

Nachdem wir ein paar wissenschaftlich Fakten geklärt haben, kommen wir nun zu meiner persönlichen Meinung. Wer hätte auch gedacht, dass ein habe? Ich habe ja nur ein Buch zu dem Thema geschrieben. 😉

Wichtig ist, dabei zwischen zwei Dingen zu unterscheiden: Dem, was die Gene uns mitgeben und was unserer Veranlagung entspricht und dem, was Umwelteinflüsse und Erziehung mit uns machen. Bei allem, was ich jetzt schreibe, bitte ich das zu berücksichtigen.

Also ja, ich bin der festen Überzeugung, dass eine Veranlagung zu Gewalt in unseren Genen verankert ist. Umwelteinflüsse und Erziehung können uns lehren, diese Aggressionen zu beherrschen und sie nicht auszuleben, aber wie stark diese Triebe in uns sind, das bestimmen die Gene.

Die Begründung ist recht einfach.

Meine verstorbene Hündin war ein Herdenschutzhund-Mischling. Herdenschutzhunde sind, wie der Name schon verrät, für ihren starken Schutztrieb bekannt. Sie sind das absolute Gegenteil vom „feigen Hund“ und gehen für ihre Besitzer, ihr Revier und ihre Herde in den Tod.

Nun ja, bei meiner jüngeren Hündin Hexe bin ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt weiß, was es bedeutet, jemanden zu beschützen.

Ihre Aggressionen beschränken sich auf kleine Panikanfälle, wenn sie sich mal wieder in eine unmögliche Situation gebracht hat. Sie ist ein Mix aus Collie und Podenco – Rassen, die nicht gerade bekannt sind für ihr aggressives Verhalten. Natürlich wird es immer Ausreißer geben – das gehört dazu, aber bei den meisten Hunderassen finden sich typische Verhaltensweisen. Auf dieser Annahme beruhen ja auch diese unsäglichen Hundelisten mit den sogenannten Kampfhunden.

Ich gehe davon aus, dass niemand die Stirn runzelt, weil ich Hunderassen in Zusammenhang mit typischen Verhaltensweisen gebracht habe. Und damit sind wir uns fast schon einig.  Denn im Grunde bedeutet dies, dass die Veranlagung zu bestimmten Verhaltensweisen in den Genen liegt. Wir Menschen mögen ein Bewusstsein haben, aber biologisch betrachtet sind wir auch Tiere.

Und die rassetypischen Charakterzüge beschränken sich nicht nur auf Hunderassen. Hat jemand Lust auf die Weide eines spanischen Kampfstieres zu gehen, um mit ihm zu kuscheln? Nicht? 😉
Bei uns in der Gegend stehen dagegen einige Galloway-Herden. Mit einem ihrer Bullen habe ich nun tatsächlich geschmust. Zuckersüßes Tier.

Auch bei Pferderassen können euch die Reiter die unterschiedlichen Temperamente von den Rassen aufzählen. Selbst als Laie können wir erkennen, dass ein Kaltblüter etwas ganz anderes ist, als ein Araber und denken wir mal an die Schlachtrösser aus vergangenen Zeiten, die tatsächlich für den Kampf gezüchtet wurden.

Auch bei Spinnen finden sich Unterschiede in ihrer Aggressionsbereitschaft (mehr dazu in meinem im Juli 2018 erscheinenden Thriller „Das Gift der Wahrheit“) und das sind im Vergleich zu uns Säugetieren doch recht einfach gestrickte Geschöpfe.

Wir nehmen also im ganzen Tierreich als selbstverständlich hin, dass die Gene das Verhalten mitbestimmen. Warum nicht beim Menschen?

Natürlich bestimmen Umwelt und Erziehung, was wir mit unseren Veranlagungen anfangen. Aus diesem Grund gibt es auch bissige Podencos und lammfromme Herdenschutzhunde, aber unter denselben Bedingungen aufgewachsen, werden sich dennoch Unterschiede zeigen.

Ein wenig habe ich auch versucht, diesen Einfluss der Umwelt in der „Bestimmung des Bösen“ wiederzugeben. Ich will jetzt nicht spoilern, deshalb nur die Aufforderung an euch, darüber nachzudenken, was aus Alexis geworden ist und wie sich andere Figuren entwickelt haben.