Filmkritik “Black Panther”

Diesen Film zu beurteilen, fällt mir extrem schwer. Ich schwanke zwischen Begeisterung und  … nun … was eigentlich? Irgendwie lässt er mich weitgehend kalt. Enttäuschung vielleicht? Vermutlich eher gähnende Langeweile.

Aber fangen wir doch mit dem Positiven an: Man kann es Marvel in meinen Augen gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie einen vorwiegend schwarz besetzten Film gedreht haben, in dem auch noch die Frauen eine erfrischend emanzipierte Rolle spielen, ohne dass sie dabei ihre Weiblichkeit aufgeben oder es sehr aufgesetzt wird. Ich finde es herrlich, dass in dem  Film kein einziges Mal Überraschung wegen weiblicher Kriegerinnen gezeigt wird oder auch nur ein abfälliger Kommentar kommt. So wünsche ich mir einen Film – keine außergewöhnliche, einzelne starke Frauenfiguren, sondern viele starke Frauen neben ebenso starken Männern.

Garniert wird das Ganze mit starken politischen Botschaften.
Das allein macht den Film bereits sehenswert. Dann wären da aber noch die unglaublich tollen Bilder, die einen in ein afrofuturistisches Szenarion entführen. Herrlich!

An manchen Stellen war es für mich dann allerdings doch etwas zu viel des Guten. Wenn die Darsteller seltsam anmutende Stammestänze aufführen, stelle ich mir unweigerlich unsere Angela Merkel vor, wie sie bei einer Feierlichkeit einen Schuhplattler aufführt …
Ebenso empfinde ich es schon fast wieder als rassistisch, dass die Darsteller (zumindest in der OV-Fassung) durchweg (also auch, wenn die Bewohner Wakandas unter sich sind) einen starken Akzent haben. Nur weil sie Afrikaner sind? Man stelle sich mal Prince of Persia, Scorpion King, Herkules oder ähnliche Filme vor und alle sprechen nur mit Akzent …

Die Story ist dann leider auch etwas vorhersehbar, braucht lange um in Fahrt zu kommen und irgendwie fehlte mir der Bezug zu den Figuren, um mich ausreichend dafür zu interessieren, wer denn nun am Ende überlebt. ***Achtung Mini-Spoiler*** Hilfreich war auch nicht, dass direkt vor dem Film ein Infinity War Trailer mit Figuren aus Black Panther gezeigt wurde. Man weiß zwar immer, dass der Held nicht sterben wird, aber deutlicher kann man es dem Zuschauer vorab wohl nicht unter die Nase reiben.

Die Kampfszenen sind nett, hauen mich aber auch nicht um.

Insgesamt lässt mich der Film also zwiegespalten zurück. Wegen der Idee, den Bildern und dem Mut würde ich ihm glatte 5 Sterne geben, da ich mich aber nur begrenzt unterhalten gefühlt habe, ziehe ich 1,5 Sterne ab, womit wir bei starken 3,5 Sterne wären.

Trotzdem eine klare Empfehlung ihn sich anzuschauen. Die Tatsache, dass ein Hollywood-Popkorn-Film mal wieder eine Botschaft vermitteln möchte, kann gar nicht hoch genug gewertet werden.

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