Kurzkritiken: “Life” und “Ghost in the Shell”

Am vergangenen Freitag haben wir uns seit langem mal wieder eine Kino-Doppelnacht gegönnt.

Eröffnet hat "Life". Bei dem Film hatte ich keine anspruchsvolle Handlung erwartet, sondern gutes Popcorn-Kino im Stil von "Alien". Bekommen habe ich einen Film, dessen schlechtes Drehbuch einem Dialoge zum Fremdschämen bescherte. Nach 20 Minuten habe ich bereits auf die Uhr gesehen, um zu sehen, ob es bereits der 1. April ist und jemand sich einen Aprilscherz erlaubt. Leider war es keiner und die Macher meinen diesen Film wohl tatsächlich ernst. Womit wir beim ersten Problem wären. Dieser Film nimmt sich viel zu ernst. Auf der einen Seite haben wir Figuren, die vollkommen schwachsinnig agieren; eine Lebensform, die biologisch keinen Sinn macht (samt einiger anderen wissenschaftlichen "Aua"-Momente) und keine nennenswerte Handlung. Auf der anderen Seite versucht einem der Film, unterlegt durch dramatische Musik, zu suggerieren, dass hier eine gewisse Tiefe existiert. Leider sind die enstprechenden Dialoge so flach, dass es schon wehtut, und tragen nur zur ausgedehnten Langeweile bei. Dass die Figuren einen neuen Maßstab für Dämlichkeit gesetzt haben, hatte ich schon erwähnt, oder? Klar, bis zu einem gewissen Grad gehört es dazu und bei vielen Figuren passt eine gewissen Naivität auch, aber hier sprechen wir von Astronauten, die für Extremsituationen ausgebildet wurden. Diese "Elite" verhält sich nun so dermaßen dämlich, dass man ihnen eigentlich nur den Tod wünscht, damit das Elend endlich ein Ende hat. Wenn meine Skala es vorsehen würde, bekäme der Film null Sterne, so muss ich leider zumindest einen vergeben.

Damit konnte der Abend eigentlich nur noch besser werden und das wurde er dann in der OV von "Ghost in the Shell". Klar, er kommt an Tiefgründigkeit und Interpretationsmöglichkeiten nicht an das "Original" (bzw. die Originale) heran. Aber für einen Hollywood-Blockbuster fand ich die Umsetzung dennoch erstaunlich gut. Zum Ausgleich für die etwas abgeflachte Handlung bekommt man zudem ein Fest für die Augen. Die Stadt finde ich unglaublich toll designed, die Kampfszenen machen Spaß und an vielen Stellen hätte ich am liebsten auf Zeitlupe geschaltet, um mir manche Szenen noch einmal anzusehen. Ein paar Logikfehler finden sich auch, aber im Vergleich zu "Life" halten sie sich jedoch sehr in Grenzen.
Dennoch reicht es bei mir nicht zum Top-Film des Jahres – dafür fehlte das gewisse Etwas. Dennoch vergebe ich 8 Sterne.

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