Messerückblick LBM 2018

Das war eine Messe, die ich so schnell nicht vergessen werde – im Guten wie im Schlechten.

Der neue Hashtag #apokaleipzig sagt eigentlich schon alles. 😉

Aber fangen wir mal von vorne an. Ich bin am Donnerstag nach Leipzig gefahren und kam ohne größere Schwierigkeiten pünktlich auf dem Messegelände an. Nach einer kurzen Orientierung bin ich dann auch gleich zu dem Treffen mit Nef von den Buchjunkies, die auch einen tollen Messerückblick geschrieben hat. Sehr gefreut habe ich mich über die Geschenke, die sie für mich hatte: super leckere Kekse und ein Kochbuch für Brautpaare. Wie immer verging die Zeit mit ihr viel zu schnell und so mussten wir uns schon wieder verabschieden.

Den Nachmittag verbrachte ich am Stand der Mörderischen Schwestern und vom Syndikat. Es war wunderbar so viele Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen oder kennenzulernen. Dazu noch so viele nette Kontakte zu Lesern, die ich nicht vergessen werde. Das war für mich an diesem Tag und an den nächsten das große Highlight. Bei uns am Stand konnte man für das Bloody Cover 2018 abstimmen. Auf dem Foto seht ihr unsere Finalisten.

Ein inzwischen von mir sehr geliebte Tradition ist die Unterkunft in einer Autoren-WG. Nach dem Rummel auf der Messe hat mich früher im einsamen Hotel-Zimmer oft ein frühzeitiger Messeblues erwischt – in der WG passiert mir das nicht mehr. Dafür gibt es allerdings auch weniger Schlaf. 😉
An diesem Abend ließ Leipzig schon erahnen, was das Wetter für uns bereit halten würde. Es wurde windig und immer kälter.

Am nächsten Morgen erwartete uns bittere Kälte (um 8 Uhr morgens herrschten noch immer -7 °C) und Schnee. So weit ja eigentlich kein Problem – leider werden in Leipzig anscheinend weder die Gehwege noch Straßen geräumt. An diesem Tag war es aber immerhin noch möglich, zur Messe zu kommen. Ich nutzte die Gelegenheit sie mir endlich in Ruhe anzusehen und viele liebe Menschen wiederzusehen.

Nach einer kurzen Schreibsession am Nachmittag durfte ich meinen Geburtstag im Kreis von vielen lieben Autorenkolleginnen und -kollegen feiern. Es war ein fantastischer Abend, auch wenn der Heimweg im Schneetreiben sehr abenteuerlich war.

Am nächsten Tag begann dann das richtige Chaos. Bereits am frühen Morgen ereilten uns Nachrichten von lieben Freunden und Kollegen, dass sie nicht nach Leipzig kommen, da sowohl Flughafen als auch Bahnhof gesperrt waren. Andere traten eine regelrechte Odyssee an, die nicht bei allen von Erfolg gekrönt war.
Für mich gestaltete sich die Fahrt zur Messe als gewagtes Abenteuer, da die Straßen weiterhin nicht geräumt waren, die Straßenbahnen aber auch nur sporadisch fuhren. Es hat schon etwas abenteuerliches mitten in Leipzig auf mehrspurigen Straßen keine Fahrbahnmarkierungen mehr zu haben. Aus organisatorischen Gründen habe ich das erste Mal auf dem Park and Ride Parkplatz geparkt und habe diese Entscheidung schnell bereut. Nicht nur, dass es auf den ungeräumten Wegen nicht möglich war, zufuß zur Messe zu kommen, waren die Straßenbahnen obendrein zu voll, um noch einen Platz zu bekommen. So musste ich eine knappe halbe Stunde im eisigen Wind warten, bis ich endlich einen Platz bekam. Eine Freundin, die mir dann am Eingang entgegen kam, fragte mich auch prompt, ob ich in einen Schneesturm geraten sei.

Die Messe war dann auch entsprechend leer, was für einen Samstag enttäuschend war, auch wenn man dadurch entspannt durch die Hallen laufen konnte. Ein paar meiner Termine platzten dann leider auch, da meine Verabredungen es nicht nach Leipzig schafften.
Am Nachmittag wollte ich eigentlich mit einer Freundin zu einer Lesung von Sebastian Fitzek, den ich leider noch nicht live erleben durfte. An dem Tag sollte es auch nicht sein. Anscheinend hält man es nicht für nötig auf dem Parkplatz die vorhandenen Gräben zu markieren, sodass ich (und noch zig andere Autos) in diese durch Schneeverwehungen unsichtbare Falle gefahren bin. Nach stundenlangem Warten kam dann endlich der ADAC, um uns  herauszuziehen. Damit war es aber schon zu spät für die Lesung und ich so durchgefroren wie noch nie in meinem Leben. 🙁 Wer rechnet auch damit, stundenlang in Sturm und Schneetreiben rumstehen zu müssen …
Ich durfte allerdings auch erfahren, wie hilfsbereit Menschen sein können. Nochmal Danke an unsere unbekannten Helfer! <3

Am nächsten Morgen erwarteten uns erneut vereiste Straßen, was den Transport der Koffer und Taschen äußert spannend gestaltete. Ein letztes Mal ging es zur Messe, um neue und alte Freunde zu treffen. Am Stand der Mörderischen Schwestern kämpften wir mit einem Kuli-Problem. Die meisten unserer Kugelschreiber funktionierten nicht – nicht sehr hilfreich, wenn man Zettel zum Abstimmen verteilt. Also unzählige Stifte durchprobiert, um wenigstens ein paar zu haben. Tja, was soll ich sagen. Selbst schreiberprobte Autorenhände schmerzen irgendwann. 😉
Um die Mittagszeit ging es dann nach Hause und da ich ft darauf angesprochen wurde, dass ich in Realität gar nicht so böse schaue wie auf meinem Autorenfoto hier noch der Beweis, dass ich tatsächlich auch ernst gucken kann. 😀

Mein Fazit lautet jedenfalls, dass ich Leipzig in Zukunft meiden werde, wenn wieder Schnee angesagt ist. Für eine Stadt mit internationalem Anspruch, war diese #apokaleipzig ein Armutszeugnis.
Das Positive ist allerdings, dass man nun etwas zu erzählen hat und die ganzen tollen Menschen, waren den Ärger allemal wert. <3